2024 r_ _ _ marie – Arndorfer

Anna und Martin Arndorfer entwickeln sich ständig weiter. Ihr Tun ist im Fluss. Das zeigt sich natürlich auch in ihren unangepassten, charaktervollen Weinen. Beim neuen r_ _ _ marie machte ihnen die Prüfnummer wortwörtlich einen Strich durch die Rechnung.

Der rosa marie ist einer der markantesten und eigenständigsten heimischen Roséweine. Und er passt nicht so recht in irgendeine der bekannten Schubladen. Gut so. Das ist auch nicht notwendig. Seine vielen Fans lieben ihn wie er ist. Sie suchen weder einen Zuckerlrosé noch den Provence-Style oder irgendetwas dazwischen. Mit dem Jahrgang 2024 haben sich beim rosa marie jedoch zwei Dinge leicht geändert. Zuerst einmal das Etikett. Auf den ersten Blick sieht es eigentlich aus wie immer. Der Name des Weins ist allerdings nicht mehr ganz ausgeschrieben. „Rosa ist die Lieblingsfarbe unserer Tochter Marie. Deshalb haben wir unseren Roséwein seit dem ersten Jahrgang so genannt. Das Wort Rosa, das klarerweise auch auf die Weinfarbe hindeutet, darf aber laut Gesetz auf einem Etikett ohne Prüfnummer, sprich Landwein, nicht angegeben werden. Deshalb müssen wir in Zukunft darauf verzichten und haben die Buchstaben einfach durch Striche ersetzt“, erklärt Martin Arndorfer.

Es wird für die Wiedererkennbarkeit aber kein Problem sein, wenn jetzt nur noch r_ _ _ marie zu lesen ist. Die bekannte Flaschenausstattung mit dem rosafarbenen Wachs ist ohnehin gleichgeblieben. Eine kleine Spur hat sich außerdem der Stil des leuchtend ziegelroten Weins verändert. Im Vergleich zu früheren Jahrgängen wirkt er jetzt um einiges kühler in seinem Fruchtausdruck und eleganter am Gaumen.

Ich habe mir während der Verkostung den erfrischend kräuterwürzigen Duft notiert. Die Frucht pendelt zwischen roter Ribisel und Cranberry, wirkt ungeheuer anregend. Die herbe Aromatik ist am Gaumen in eine tolle Spannung und balancierte, präsente Gerbstoffe eingebettet. Der Wein, der sich zwischen der roten und weißen Weinwelt befindet, ist vom Bukett über den Gaumen bis ins Finale enorm vielschichtig und herrlich fließend. „Wir wollten unserem Rosé ab 2024 einfach ein wenig mehr Frische und Finesse geben“, sagt Arndorfer. Deshalb ließ er die Zweigelt Trauben eine Spur länger als sonst, also 24 Stunden, auf der Maische stehen, bevor gepresst wurde. Die Maische vom Veltliner, die anschließend dazu kam, blieb dafür kürzer mit dem rosaroten Most in Kontakt.

Strahleneder

Das äußert sich in geringerer Tanninauslaugung und mehr Fruchtigkeit. Vergoren wurde spontan je zur Hälfte im Edelstahl und in Betontulpen, die ähnlich aussehen, wie ein Betonei, oben aber mit einer Edelstahltüre verschlossen sind. Ausgebaut wurde anschließend in den gleichen Behältnissen. Der Rosé lag dort ohne Bewegung sechs Monate. Vor der Abfüllung bekam er eine homöopathische Dosis Schwefel, um die Stabilität sicherzustellen. „Es ist schwer zu erklären, aber wir haben auch bemerkt, dass das den Wein nicht nur strahlender, sondern auch verträglicher macht“, sagt Arndorfer noch.

@Kalk&Kegel