2019 Sekt Große Reserve Langenlois Ried Schöntal – Christina Hugl

Diese Große Reserve aus der Langenloiser Ried Schöntal läuft durch die Verbindung von Weißburgunder und Welschriesling mit Hilfe des langen Hefelagers zu absoluter Höchstform auf.

Christina Hugl macht mittlerweile schon einige Jahre super Schaumweine. Als sie ihr Projekt begann, durfte ich bald darauf die ersten Ergebnisse kosten und hab mir sofort gedacht, da entsteht was Besonderes. Hier brennt jemand für seine Arbeit und liebt das Thema Sprudel. Schnell hat sich herumgesprochen, dass mit der Winzerin, die das Schaumwein-Gen und Weinviertler Wurzeln hat, zu rechnen ist. Ihr prickelndes Portfolio ist zweigeteilt, wobei der Pet Nat den kleineren, aber nicht weniger spannenden Part einnimmt. Dabei schwimmt Hugl nicht in der trüben, funky Strömung mit, sondern setzt dafür spannende Akzente mit Rebsorten wie Neuburger oder Grauburgunder. Der größere Teil ihres Herzens gehört aber dem nach traditioneller Methode hergestellten Sekt.

Immer öfter und wenn es Sinn macht, greift sie auch auf die Angabe der Riede zurück. So wie bei der Großen Reserve Langenlois Ried Schöntal. Christina Hugl konnte von Freunden einen richtig alten Weingarten übernehmen. Hier erntet sie nur wenig Menge, aber großartige Qualität. In dem einzigartigen, kühlen Terroir wachsen Weißburgunder und Welschriesling, wie gemacht für Sekt. Im Boden gibt es Paragneis, Glimmerschiefer und Amphibolit. „Ich habe die Möglichkeit mit sehr alten, knorrigen Rebstöcken zu arbeiten. Die Lage Schöntal ist ein richtiger Kraftplatz für mich. Der Name ist Programm. Der Blick öffnet sich von dort über das ganze Kamptal“, erzählt Christina Hugl.

2019 war für sie die erste Ernte im Schöntal. Gleich war ihr klar, dass der Grundwein das ganz besondere Etwas hat. Er wurde im Stahl ausgebaut, um seinen Charakter so pur wie möglich zu erhalten. Die Tiragefüllung fand im August 2020 statt. „Während des Flaschenlagers habe ich immer mal wieder ein einzelnes Muster degorgiert, um zu sehen, wie sich der Sekt entwickelt. Ich war jedes Mal total happy. Die Wartezeit bis zur Großen Reserve war deshalb nicht einfach“, so Hugl. Mittlerweile weiß sie, dass sich die Geduld ausgezahlt hat. Das lange Hefelager brachte ein Plus an Komplexität, präziseren Herkunftscharakter und genau die Struktur, die sie sich gewünscht hat.

Wie immer habe ich aus drei verschiedenen Gläsern gekostet. Im Bordeauxglas hat die Große Reserve am besten performt. Der Sekt hat unglaublich viele Facetten, die sich hier besonders gut öffnen. Im Duft mischen sich feine rauchige Noten mit einem Touch Williamsbirne und zarter Autolyse. Der Schäumer ist hochelegant, hat enormen Tiefgang, Rückgrat und eine genial balancierte Perlage. Christina Hugls Verzicht auf Dosage und der somit puristischen Zugang, erweist sich als absolut perfekt. Durch die geradlinige Art des Sektes eignet er sich top als Aperitif. Ich kann ihn mir zudem super zu Käseklassikern wie Brillat-Savarin, Langres oder Chaource vorstellen. Christina Hugl sagt, dass sie ihn als Begleiter zu Vitello Tonnato oder Kalbsrahmgulasch einschenkt. Zum Schluss hast sie noch einen ganz bodenständigen Tipp: „Genial ist er auch zum Bratlfettbrot mit Zwiebeln und Salz.“

@Kalk&Kegel