2021 Morillon Ried Schemming Vulkanland Steiermark DAC – Fischer

Durch diesen Wein sind Klaus und Bernhard Fischer endgültig angekommen. In der obersten Liga und im Sinne des klaren Herkunftsausdrucks ist also mit den Brüdern fix zu rechnen.

Es stand wieder einmal ein Tasting eines einzigen Weins über mehrere Stunden aus verschiedenen Gläsern an. Am Start: der Morillon 2023 Ried Schemming von Weingut Fischer. Von Beginn an war klar, das ist absolute Top-Klasse. Im Duft zart rauchig und hell in der Frucht; mit Birne, einer Spur Earl Grey und etwas Graphit. So weit, so einladend. Mit Luft und im Burgunderglas manifestiert sich die Aromatik mehr und mehr. Am Gaumen ist der Wein hochelegant mit präzis definierten Muskeln und genial balancierter, gleichzeitig anregender Säure. Ein kühler, fokussierter Burgundertyp mit richtig viel Tiefgang, engmaschig-salzigem Gerüst und großer Eleganz. Der Bombenwein rangiert für mich in der Champions League. Am Fußballfeld wäre er ein echter Zehner, um den sich die Clubs reißen.

Die Trauben stammen aus der Ried Schemming, „Sie ist das Herzstück in unserem Weingut. Der Weingarten dort war schon immer im Besitz der Familie. Unsere Eltern haben ihn mit Morillon neu bepflanzt“, erzählt Bernhard Fischer. Die Rebsorte ist in der Region schon länger verwurzelt, wurde in der Vergangenheit aber leider viel zu oft ziemlich fett und holzüberladen ausgebaut. Fischers Schemming ist da eine ganz andere Nummer. Kühl, fast filigran und geradlinig. Die Ried Schemming als ehemaliges Korallenriff erklärt schon zum Teil den Charakter des Weins. Die 21 Hektar große Riede liegt unweit von St. Anna am Aigen, dem Heimatort der Fischers. Sie ist süd-südöstlich ausgerichtet und an der Westseite vom Kogelwald begrenzt, der einen kühlenden Einfluss hat. Der kalkhaltige Boden ist wie geschaffen für den Anbau von Burgundersorten.

„Wenn wir in unserem Weingarten nach der Fahrt durch den Wald ankommen, wirkt er wie ein kleines Biotop, ein Mikrokosmos. Die Aura hier hat etwas beruhigendes“, so Bernhard Fischer. 2015 hat er mit seinem Bruder den ersten Morillon Schemming, in dem Spirit gekeltert, wie es für die Beiden am meisten Sinn macht. Sechs Jahre später scheinen sie angekommen. „2016 haben wir auf bio umgestellt. Das hat eine Veränderung angestoßen. Wir gehen alles viel bewusster an. Vom alleinigen Erreichen der Zuckerreife für die Ernte sind wir schnell weggekommen“, sagt Fischer weiter. Heute stehen Säure und physiologische Reife im Zentrum. Die Weine sollen Spannung haben.

Im Keller regiert zudem eine gezielte Reduktion auf das Wesentliche. Die Trauben werden teils entrappt, teils ganz belassen. Nach einer kurzen Standzeit kommen sie in die Presse. Der Most darf sich danach zwölf Stunden natürlich klären. Ausgebaut wird der Schemming mehrheitlich in gebrauchten Holzfässern mit 225, 300 und 500 Litern Volumen. Diese Mischung bringt Balance. Der 2021er Morillon reifte knapp zwei Jahre auf der Vollhefe, ohne Batonnage und Schwefelung. Während dessen gab es auch den BSA. Ohne Filtration kam der Wein im Sommer 2023 auf die Flasche. „Für Klaus und mich ist der Morillon Schemming die Benchmark. So stellen wir uns den Burgunder aus dem Vulkanland vor.“ Ich kann nur zustimmen: Mission mehr als gelungen.

@Kalk&Kegel