2023 Ried Loiserberg Riesling & Grüner Veltliner 1ÖTW Kamptal DAC – Loimer
Fred Loimer wollte den Grünen Veltliner und den Riesling aus seiner Ried Loiserberg schon länger in einem Weins zusammenbringen. Das Weingesetz war zunächst dagegen. Seit dem Jahrgang 2023 ist das nun Realität.
Im Loiserberg gehört Fred Loimer eine schöne, zusammenhängende Rebfläche. In dem Abschnitt, wo der Boden karg ist und sich Paragneis wie auch Glimmerschiefer findet, steht der Riesling. Dort, wo der Boden fetter wird, und der Löss dominiert, wächst Grüner Veltliner. Entsprechend präsentieren sich auch die Weine. Was heißt: Der Riesling eher schlank samt rassiger Frucht, der Veltliner hingegen als saftiger Typ mit stoffigem Körper, der in warmen Jahren durchaus ins Breitere tendiert. Warum das nicht kombinieren, hat sich Loimer über die Jahre nicht nur einmal gedacht. Im Keller spielte er die Verbindung der Beiden immer wieder durch, hat sie verkostet und richtig spannend gefunden. „Jedes Mal war das Ergebnis super“, sagt er.
Ein kleiner Haken war bis vor einiger Zeit allerdings das Weingesetz. Denn da hieß es, dass Riedenwein als Kamptal DAC nur in dem Verkauf kommen darf, wenn er aus Riesling ODER Grüner Veltliner gekeltert wird. Den Wein ohne Angabe der Riede Loiserberg abzufüllen, auch wenn die beiden Rebsorten noch so großartig zusammenpassen, war für Fred Loimer keine Option. Nun ist der Satz im Weingesetz auf Riesling UND/ODER Grüner Veltliner geändert worden. Mit 2023 gibt es den Wein aus beiden Sorten daher erstmals. Und er ist fantastisch gelungen. Für mich verkörpert er die Essenz des Kamptals und zeigt auch, dass das strikte Festhalten an nur einer Rebsorte pro Riedenwein, nicht notwendig ist, um den Ausdruck der Herkunft zu zeigen.
Freilich braucht der aktuell noch junge Loiserberg Zeit und Luft. Richtig gut performt er momentan aber schon im großen Bordeauxglas. Sein Duft vereint feine, helle Kräuternoten mit der Fruchtigkeit von Pfirsich, Marille und Zitrus. Unterstrichen wird das noch mit einer minzigen Frische. Herrlich. Am Gaumen brilliert die Strahlkraft und fruchtige Pikanz des Rieslings, die sich genial mit stabilen, saftigen Veltinerkörper vereint. Die salzige Komponente des kristallinen Bodens kommt in Nachhall noch dazu. Das Ganze braucht zudem nicht mehr als 12,5 % Alkohol um ein ausdruckstarker Wein zu sein.
Beide Rebsorten wurden für den aktuellen Jahrgang noch separat ausgebaut. Der Riesling war im Edelstahl, der Grüne Veltliner im großen Holzfass. 2024 hat Loimer übrigens den Wein schon gemeinsam gekeltert. Zurück zum 2023er. Die ganzen Trauben wurden gepresst, der Most oxidiert, ein BSA schloss sich an. Der Wein blieb lange auf der Vollhefe, bis zur Füllung kam er ohne Schwefelgabe aus. Kurz zuvor fand die Vermählung der beiden fertigen Weine statt. Für Fred Loimer geht diese Art Herkunftswein Hand in Hand mit der Bio-Bewirtschaftung. Er sucht dabei die Vielfalt in jedem Bereich seines Tuns und findet als Resultat Stück für Stück mehr Unverwechselbarkeit.
@Kalk&Kegel