2023 Chardonnay Ried Jungenberg Leithaberg DAC – Markus Altenburger

Markus Altenbergers kultiger Chardonnay Ried Jungenberg hat eine Ausnahmestellung in seinem Portfolio. Er ist der einzige Weißwein, den er noch unter dem DAC-Label abfüllt.

Die Ried Jungenberg bildet die Basis im Betrieb von Markus Altenburger. Kein Wunder, selbst die Homepage heißt Jungenberg.at. Die Lage hat ein Herz aus Schieferstein, liegt westlich direkt anschließend an den Ort Jois und ist in erster Linie bekannt für markanten, würzigen Blaufränkisch. Auch Altenburger besitzt dort Blaufränkischreben, aus denen er seinen roten, anbetungswürdigen Flaggschiffwein keltert. Das weiße Pendant dazu ist der Chardonnay. „Daraus habe 2006 den ersten Riedenwein gekeltert, als ich in den Betrieb meiner Eltern zurückgekommen bin. Zu der Zeit war ich noch sehr daran orientiert, was ich bei meinen Reisen ins Burgund gesehen hatte“, sagt der Winzer.

Heute, fast 20 Jahre später, ist so manches anders. Der Duft des 2021 Chardonnay Ried Jungenberg ist unkonventionell. Zuerst zeigt sich eine deutlich ätherische, gelbe Steinobstfrucht. Mit Luft mischen sich Feuerstein und Pfeffer darunter. Im großen Glas (und idealerweise nach dem Karaffieren) entwickelt sich ein spannendes Spiel zwischen zarter Oxidation und fein reduktivem Charakter. Damit hat der Chardonnay mein Interesse endgültig und maximal geweckt. Er lädt ein, sich mehr mit ihm zu beschäftigen, gewinnt quasi minütlich an Komplexität. Sein Körper ist fest strukturiert, dynamisch, hat einen anregenden Grip und die Aromatik einer saftigen Salzzitrone. Die dichte Struktur ist enorm engmaschig. Ein fantastischer Wein, mit einem durch und durch eigenständigen Charakter.

Für den Chardonnay Jungenberg gehen wir immer die Extrameile. Der moderate Alkoholgehalt und seine Frische sagen schon viel aus. Ich bin bei diesem Wein mittlerweile völlig weg von der Maischestandzeit. Die Trauben werden morgens geerntet und ganztraubengepresst. Es braucht keine drei oder vier Stunden nach der Lese, bis der Most im Betonei liegt“, so Markus Altenburger. Die Spontangärung dort bringt für einige Vorteile mit sich. Durch das Einwirken des goldenen Schnitts im Ei zirkuliert der gärende Most ständig. Der Werkstoff Beton hält zudem die Wärme konstant und unterstützt so den Gärverlauf. Der Wein reifte anschließend 14 Monate im gebrauchten 1.200 Liter Holzfass von Stockinger. Gefüllt wurde unfiltriert und lediglich mit einer Minidosis Schwefel.

Zurück zur Besonderheit der Ried Jungenberg. Sie ist eine der ältesten im Burgenland. 1214 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Sie bildet gewissermaßen eine Antithese zu den Böden der Joiser Weingärten, die stark vom Kalk geprägt sind. Jungenberg ist als Erhebung, gemeinsam mit dem Tannenberg, der sich direkt oberhalb anschließt, eine Schieferinsel in den Rieden. Altenburgers Chardonnay wächst im Mittelhang des Jungenberg auf der westlichen Seite. Hier spendet der Windschutzgürtel des Sees während der Zeit der Mittagshitze Schatten und puffert somit die Sonneneinstrahlung ab. „Chardonnay vom Kalk hat immer eine subtile Struktur. Wenn Schiefer im Spiel ist, drückt sich das im Wein mit etwas dunklerer Frucht und würzigen Noten aus“, so der Winzer.

@Kalk&Kegel