2023 Riesling Ried Rothenbart 1ÖTW Traisental DAC – Markus Huber
Er hat international einen enormen Ruf und höchste Bewertungen. Das zeigen schon die mehrfach 100 James Suckling Punkte. Aber auch im Traisental geht ohne Markus Huber wenig.
Die Weine von Markus Huber lassen sich ganz gut mit den Attributen anregend, glasklar, enorm rebsortentypisch und hochelegant beschreiben. Sie spiegeln zudem genau ihre Cool-Climate Herkunft wider. Das trifft alles auch auf den 2023 Riesling aus der Ried Rothenbart zu. Er duftet wie saftig reife Zitrusfrüchte – Amalfi Zitrone, Limette und Grapefruit. Dazu kommt eine Spur weißer Pfirsich, etwas Ananas und im Hintergrund Jasminblüten. Wie eine Vitaminspritze wirkt der Wein im Mund, ist herrlich erfrischend, voller Lebendigkeit und hat eine supersaftige Pikanz. Die Aromatik aus dem Bukett zeigt sich eins zu eins wieder. Außerdem spürbar: eine feine dunkle Würzigkeit. Das ist sehr, sehr viel Riesling. Präzise, komplex, dicht, ausdrucksstark und vielschichtig.
„Rothenbart habe ich schon immer großartig gefunden. Lange hatte ich dort keinen Weingarten. Das ist jetzt anders“, sagt Markus Huber über das Bijou in seiner Kollektion. Die Lage rangiert in seiner Weinguts-Hierarchie gleich hinter der Ried Berg. Mit ihren lediglich knapp drei Hektar befindet sie sich oberhalb von der Ried Zwirch, die rund zehnmal so viel Fläche umfasst. Auf 350 Höhenmetern wurzeln die Reben in einem Erdreich mit hohem Eisen- und Mangangehalt. Die rötliche Bodenfarbe ist namensgebend. Rothenbart ist zudem sehr windexponiert. „Es gibt selten Botrytis. Die Weine haben viel Lagerpotential, machen aber oft erst mit der Zeit so richtig auf“, so Huber. Riesling und Grüner Veltliner stehen hier mengenmäßig gleichberechtig nebeneinander.
Um die natürlichen Gegebenheiten dann auch so puristisch, wie möglich in die Flasche zu bringen, verfolgt man am Weingut Huber ein klares Konzept. Das zieht sich im Prinzip durch die komplette Rieden-Wein Palette. Nach der Handlese werden die ganzen Trauben sehr sanft mit wenig Druck gepresst. Eine Gerbstoffauslaugung möchte der Winzer vermeiden. Vergoren wird spontan, ausgebaut für acht Monate und völlig in Ruhe ohne weitere Eingriffe auf der Feinhefe im Stahltank. „So behält der Wein seine Ausdruckskraft und Präzision am besten“, erklärt Markus Huber.
Aktuell tut sich was in seiner Heimatregion. Vor 30 Jahren war im Gebiet vor den Toren von St. Pölten salopp gesagt noch tote Hose. Heute gibt es viele junge, kleinere Betriebe. Die neue Winzer:innen Generation hat einen unglaublich guten Spirit und hält vor allem zusammen. Gemeinsam zeigen sie an der Seite mit den arrivierten Größen, wie Ludwig Neumayer und natürlich Markus Huber, welches riesige Potential und welcher Schatz hier liegt. Unter den Somms gilt das Traisental schon länger als kleine, feine Premiumregion. Private Weinfans entdecken das Gebiet gerade. Das ist aktuell auch eine Chance für die Gastro. Weil: Gäste lieben ganz einfach lässige Neuentdeckungen.
@Kalk&Kegel