2021 Resonanz Burgunder – NeueHeimat

Sernauberg ist ein spannendes Terroir in der Südsteiermark. Christian Söll macht hier geradlinige und authentische Herkunftsweine. Das DAC-Label braucht er dazu nicht.

Resonanz 2021 ist ein steiniger, rauchiger Charakter, mit einem markigen, engmaschigen Auftreten. Im Duft gibt es helle Kernobstnoten, frische Walnuss und dazu kommt noch richtig viel weiße Grapefruit. Mit ihrer enorm anregenden Art zieht sich die Aromatik der herben Zitrusfrucht wie ein roter Faden durch den ganzen Wein. Herrlich. Der Burgunder macht jetzt gerade sein beginnendes Trinkfenster auf und hat eine unbestechliche Spannung, die er sich auch über mehrere Stunden ganz selbstverständlich behält. Seine Säure ist messerscharf, der Körper muskulös und drahtig durchtrainiert. Die vertikale Art des Südsteirers hat zudem so richtig viel Zug.

Verantwortlich für den Wein ist Christian Söll. Er ist seit 2015 im Weingut und hat die Entwicklung des Betriebs maßgeblich geprägt. Wichtige Basis dafür war seine Zeit im Weingut von Johannes Gross. Dessen Leidenschaft und sein klarer Stil beeindrucken ihn nach wie vor. Am Winzerstammstich in der Ehrenhausener Weinbank bei Christian Zach hat er zudem Winzer wie den Sausaler Karl Schnabel oder Roland Tauss aus Leutschach getroffen. „Das waren wichtige Begegnungen, die mir die Augen zusätzlich geöffnet haben“, sagt Söll. Seine Familie besitzt selbst ein Weingut in der Steiermark.

Zurück zum Resonanz 2021. Er setzt sich aus 45 Prozent Weißburgunder, 35 Morillon und 20 Grauburgunder zusammen. „Die Reben sind eigentlich ein gemischter Satz. Die verschiedenen Sorten wachsen zwar nicht bunt zusammengewürfelt, kommen aber vom identen Terroir, dass der Vorbesitzer wie ein Mosaik aufgebaut hat. Immer wenn es gerade möglich war, hat er einen Flecken Weingarten neu bepflanzt“, so Söll. Die Verarbeitung findet ohne Schwefel statt. Nach sechs Stunden Maischestand werden die Trauben gepresst und kommen zur spontanen Vergärung in 300 und 500 Liter Holzfässer. Gereift wird für 18 Monate weiter im Holz auf der Feinhefe. Der Burgunder kommt unfiltriert und mit einer geringen Schwefeldosis von 15 Milligramm auf die Flasche.

Zurück zum Terroir am Sernauberg südwestlich von Gamlitz. Die Böden der fünf Hektar NeueHeimat Reben könnten unterschiedlicher nicht sein. Es gibt zig Kleinstparzellen; schottriger, sandiger, kiesiger und lehmiger Untergrund wechseln sich ab. Die Burgunder stehen auf einem Schotterstreifen mit teilweise mächtigen Konglomeraten. „2016, als wir riesige Einbußen durch den Frost hatten, wurden die Trauben einfach gemeinsam verarbeitet. Der Vineyard Blend hat uns gezeigt, dass der Ausdruck der Herkunft viel präsenter im Wein ist als die Rebsorte. Das war eine Offenbarung“, erzählt Christian Söll. Der Resonanz 2021 steht exemplarisch dafür. Um nicht in ein zu strenges, enges Korsett geschnallt zu sein, sind die Weine lediglich als Steirerland etikettiert. Ihre Authentizität steht außer Frage. Sie sind ein weiteres Beispiel dafür, dass sich die Prüfnummernvergabe weiterentwickeln muss.

@Kalk&Kegel