2022 Blauburgunder – Sternberg

Eine steile Lage mit schiefrigem Lehmboden, das einzigartig kühle Klima in Alexander Eggers Heimat und ein verschwindend geringer Ertrag sind die Basis seines eleganten Blauburgunders.

Er liebt Blauburgunder. Wie so viele Winzer. Die Sorte verlangt aber auch ihm einiges ab. Im Kärntner Wernberg, wo Alexander Egger sein Weingut hat, gibt es ähnliche klimatische Voraussetzungen wie in Südtirol oder der Schweiz. Bekanntermaßen kommen von dort ziemlich geniale Pinot Neros respektive Pinot Noirs. Deshalb sind die beiden Länder auch seine Vorbilder. Der Neo-Winzer – zudem Chef eines Unternehmens für Elektroinstallationen – ist mit Herz und Seele Weinbauer. In seine Rebstöcke und den Keller steckt er viel persönliche Manpower. Egger ist keiner, der sich das Weingut als Luxus gönnt und andere für sich arbeiten lässt. Er lebt das Thema mit großer Leidenschaft.

Seine Blauburgunderstöcke hat der Winzer in eine steile Lage mit Lehm und Schiefer gepflanzt. „Blauburgunder funktioniert auch ohne Kalk. Ich habe es hier vorher mit dem Zweigelt probiert. Das war nichts“, erzählt er. In der Aufbauzeit seines Weinguts während der letzten 15 Jahre hat ihn Jörg Bretz beraten, der zum guten Freund und Wegbegleiter geworden ist. Der hat ihn auch in Sachen Pinot Noir bestärkt. 1.600 Blauburgunderstöcke (Geisenheimer Klone) genießen im Weingarten neben seinem Bauernhaus das Cool Climate und die biodynamische Bewirtschaftung. Die ersten Jahre hat Egger daraus Rosé gekeltert. 2019 gab es das erste Mal einen Rotwein vom Blauburgunder.

Für den 2022er wurde bei der Ernte streng selektioniert und nur gesundes Lesegut geerntet. Nach dem Rebeln machten die Beeren eine Kaltmazeration draußen im Hof. Zurück im Keller, hat sich die Vergärung im offenen Bottich über sechs Wochen angeschlossen. Zwei oder dreimal am Tag hieß es unterstoßen. Der junge Wein reifte für knapp zwei Jahre in gebrauchten Barriques. Während der Zeit machte er den BSA. Gefüllt hat Egger seinen Blauburgunder im Sommer 2024 nach einer groben Filtration mit minimaler Schwefelgabe. Der Grund: Oxidationsschutz und Stabilisierung. „Ich finde auch, dass der Blauburgunder damit seine typische Frucht noch schöner und strahlender behält. So wie sich der Wein entwickelt hat, gefällt er mir jetzt richtig gut“, sagt Alexander Egger noch dazu.

Im Glas ist zeigt er sich als astreiner Blauburgunder. Klassisch transparent und leuchtend in hellem rot. Aromatisch als erstes da sind Himbeere, Erdbeere und eine ganz kleine Spur frische, dunkle Zwetschke. Auch hier spielt die Rebsorte ihre Typizität aus. Über allem liegt zudem eine kühle Brise mit ganz feinen Graphitnoten. Essenziell ist die für Burgunder obligate Trinktemperatur von 14 Grad. Weder mehr noch weniger macht Sinn. Der Wein wirkt aktuell noch etwas schüchtern und braucht aufgrund seiner Jugend klarerweise richtig viel Luft. Deutlich spürbar sind aber bereits die tiefgründige und doch ätherische Struktur, eine geniale vibrierende Säure, viel Eleganz und ein richtig kerniger, anregender Zug. So schmeckt alpiner Burgunder in Top-Form.

@Kalk&Kegel