2023 Grüner Veltliner Die Wildblume – Zederbauer
Die Weinserie von Barbara und Franz Zederbauer hat in den letzten Jahren an Klarheit gewonnen. Wichtig ist ihnen dabei, authentisch zu bleiben und unverkrampft die Natur sprechen zu lassen.
„Die Wildblume ist unsere Einstiegsqualität. Der Wein kommt nicht sofort im Frühjahr nach der Ernte in die Flasche, sondern darf ein Jahr länger im Stahltank bleiben. Das ist bei der Basis eher unüblich. Während der Zeit arbeiten wir auch mit Batonnage, weil wir ihm einen milden, cremigen Charakter geben wollen. Wir möchten außerdem mehr Komplexität und einen volleren Geschmack, als es sonst bei dieser Kategorie Standard ist“, erklärt Franz Zederbauer den Gedanken dahinter. D‘accord. Ein Gutswein muss nicht immer zwanghaft jung, knackig und zisch-frisch sein. In Sachen Bekömmlichkeit und als universeller Speisenbegleiter, hat der länger gereifte Veltliner jedenfalls die Nase vorne.
Zederbauers Wildblume ist eine Riedencuvée. Die Trauben stammen unter anderem aus dem Höhlgraben, einem kleinen Teil vom Hochrain und der Zistl. Sie werden zu Beginn der Erntesaison gelesen. „Welche Lagen für den Wein auswählt werden, entscheiden wir jedes Jahr neu. Je nachdem, was das Lesegut von draußen mitbringt. Wichtig ist uns bei der Wildblume nicht nur ein entspannter Charakter, sondern auch spielerische Leichtigkeit“, so Franz Zederbauer. Wobei der Ausdruck der Rebsorte und Region immer im Fokus bleiben soll. Seine Frau Barbara und er wollen sich mit diesem Wein eine Konstante für die Zukunft aufbauen. Ein in sich ruhender, authentischer und inspirierender Weintyp, der genauso ist, wie die Menschen, die hinter ihm stehen.
Im Keller begleiten die Zederbauers den feinen Veltliner ganz in Ruhe. Die ganzen Trauben kommen nach der Lese ohne Standzeit direkt in die Presse. Die Stielgerüste wirken dabei wie eine Drainage. Der junge Most darf sich in der Folge über eine Nacht natürlich klären, bevor er spontan vergärt. „Wir schauen während der Zeit, was er braucht. Wenn es sehr kühl ist, bekommt er Wärme. Wenn zu viel Hitze im Tank ist, können wir sanft kühlen. Nach Gärende wird abgezogen und der junge Wein reift weiter auf der Feinhefe. Etwa einmal im Monat erfolgt das Aufrühren – die Batonnage. Der aktuelle Wein wurde im Jänner 2025 ganz sanft filtriert und bekam eine geringe Schwefeldosis.
Beim Verkosten wird schnell klar, warum der Wein so heißt, wie er heißt. Die Wildblume. Der Duft beginnt mit einer ganz feinen, floralen Kräuterwürze. Die fühlt sich fast ein wenig an, wie ein Spaziergang durch einen Weingarten, in dem die Natur aufblüht. In Weiß, Blau, Orange, Rot und Violett. Mit Malven, Spitzwegerich, Klee und Salbei. Dazwischen flattern Schmetterlinge und Bienen. Zu dieser würzigen Note mischen sich gelber Apfel und helle Melone. Eingerahmt ist alles von einer äußerst zarten, weißen Pfeffernote. Am Gaumen ist der Wein herrlich saftig, geradlinig und doch auch ein wenig verspielt. Er hat eine balancierte Säure, viel Finesse und Herkunftsausdruck. Kremstaler Charme in Reinkultur. Zusätzliches Plus: ein außerordentlich attraktives Preis-Genuss-Verhältnis.
@Kalk&Kegel