2021 Irden – Soellner
Die große Liebe zur Natur und zu ursprünglichen Materialien prägt das Leben von Daniela Vigne und Toni Soellner. Das drückt sich besonders in ihren Irden aus.
Der Irden verkörpert die Verbindung der Erde mit dem Wein. Das beginnt beim Wurzeln der Reben im Boden, zieht sich über die ganze Vegetation und Entwicklung im Keller bis schlussendlich das fertige Produkt aus einer Steinzeug Flasche ins Glas geschenkt wird. „Irgendwann sind wir vor Jahren mit dem Auto Richtung Wien am Flohmarkt eines Getränkehändlers vorbeigefahren. Da standen diese großen, wunderbaren Steinzeug Behälter in denen früher Destillate gelagert wurden. Auf uns haben sie sofort eine unglaubliche Wärme ausgestrahlt. Ziemlich schnell haben wir entschieden, sie für den Weinausbau zu verwenden“, erzählt Daniela Vigne. Die Gefäße stammen aus der Zeit zwischen dem ersten und zweiten Weltkrieg. Damals war es üblich darin die hochwertigsten Lebensmittel zu lagern.
„Ein Posting, dass wir Steinzeug im Keller verwenden, hat dazu geführt, dass dann noch die Firma Weleda auf uns zugekommen ist und weitere Behälter angeboten hat. In denen wurden früher zum Beispiel Ringelblumen Ansätze aufbewahrt“, so die Winzerin weiter. Mittlerweile steht eine stattliche Zahl an Steinzeug in ihrem Keller. Und es gibt zwei Weine, die darin ausgebaut werden. Der Oibelos, ein wohltuender Zweigelt, der weit entfernt vom banalen, fruchtigen Allerwelts-Rotwein liegt und der Weißwein Irden, mit dem die Reise begann. „Für mich ist das Steinzeug sogar neutraler als Edelstahl, dass mit seinem metallischen Charakter auf den Wein einwirkt“, meint Toni Soellner.
Zum aktuellen Jahrgang 2021. Der Irden hat eine goldgelbe Farbe mit ganz feinen Bernsteinreflexen, was schon zeigt wo die Reise hingeht. Im Duft mischen sich rauchige Anklänge, Trockenfrüchte, Fenchelsamen, etwas Pfeffer und ganz leicht Moschus. Oxidative Noten – Fehlanzeige. Der zupackende Charakter des Weins ist das Erste, was am Gaumen auffällt. Er hat einen tollen Grip, ist fest strukturiert und dabei richtig lässig im Fluss. Das alles ist in viel Leichtigkeit (gerade einmal 12 Prozent Alkohol) eingebettet. Für mich strahlt er wie eine herbe, hochsympathische Schönheit und ist eine spannende Alternative für alle, die mit Rotwein (noch) keine Liebesbeziehung haben.
Die Trauben für den Wein stammen aus verschiedenen Lagen und sind ein Blend von fünf Rebsorten. Beteiligt klarerweise – wir sind am Wagram – der Rote Veltliner. Daneben Riesling, Weißburgunder, Traminer und Souvignier Gris. Die Beeren werden nach der Ernte im Steinzeug für einen Monat maischevergoren und abschließend nur ganz kurz und sanft angepresst. Der Wein besteht mehrheitlich aus dem, was von allein aus der Presse abrinnt. „Ich will vermeiden, dass der Gerbstoffgehalt zu dominant wird“, erklärt Soellner den Gedanken dahinter. Gereift wird drei Jahre im gebrauchten Holzfass. Seit dem ersten Jahrgang 2011 wird der Wein natürlich nicht in eine Glasflasche gefüllt. Er kommt wieder zurück ins Material Steinzeug. Und so schließt sich der Kreis.
@Kalk&Kegel